Anmachsprüche

„Dein Kleid würde besonders gut zu meinem Schlafzimmerboden passen…“

 

Ich wurde schon sehr oft gefragt: „Wie zum Teufel kann ich jemanden ansprechen, ohne mich zu blamieren?“ Das ist eine sehr gute Frage. Aber bevor ich diese beantworte, bringe ich mal einige Beispiele, wie man es auf keinem Fall tun sollte. Alle folgenden Anmachsprüche habe ich übrigens selbst schon gehört:

„Ich habe meine Telefonnummer verloren. Kannst du mir deine leihen?“

„Hier bin ich. Jetzt hast du noch zwei Wünsche frei.“

„Als Gott dich schuf, wollte er angeben.“

„Dein Kleid würde besonders gut zu meinem Schlafzimmerboden passen…“.

Nun raten sie mal, wie ich darauf reagiert habe… Genau! Für solch einen Spruch wird sie keiner vor Freude anspringen, es sei denn, sie sehen aus wie David Beckham oder Mila Kunis. Aber dann gäbe es das Problem der richtigen (und wichtigen) ersten Worte auch nicht.

Im nettesten Fall legt ihr gegenüber nur die Stirn in Falten und dreht ihnen den Rücken zu. Im schlimmsten Fall verfällt ihr Objekt der Begierde in heilloses Gelächter und zeigt dabei mit dem Finger auf sie.

Meine erste Botschaft an Sie ist: Sprüche, die sie im Internet gelesen, irgendwann mal von einem Macho gehört oder in einem Film (im Idealfall auch noch aus Hollywood) gesehen haben, können Sie getrost vergessen. Das funktioniert nur bei Anderen. Und soll ich Ihnen verraten wieso? Ganz einfach: Es kam nicht aus ihrem Kopf! Deswegen ist es auch nicht ihre Art.

Sie fragen sich jetzt: Wie mache ich es richtig? Zu Recht! Denn wir reden hier nicht von einer Karnevalsveranstaltung, wie es Peer Mertesacker so schön bei der WM 2014 ausgedrückt hat. Sondern es geht hier um die Königsdisziplin für jeden Single. Dazu möchte ich Ihnen drei Tipps mit auf den Weg geben.

 

Erstens: Stellen sie sich bitte folgende Situation vor: Sie sehen eine Ente. Meinetwegen einen Erpel. (Wer denkt, dass ich damit ein besonderes Geschlecht ansprechen möchte, liegt absolut richtig…) 😉

Also, der Erpel schwimmt auf seinem See herum und sieht einen prächtigen Schwan. Er denkt sich: Diese Schwanendame ist so hübsch, wunderschön, rein und stolz. Nicht so langweilig wie die fahlen Entenmädels sonst um mich herum. Er schwimmt zu der Schwanendame und macht ihr den Hof. So, nun kommen Sie! Wird die Schwanendame sofort dem Erpel erliegen? Wird sie nur auf ihn gewartet haben???

Wenn ich – so wie erst vor ein paar Tagen – in einer Bar beobachte, wie durchaus stilvolle Ansprach-Manöver missglücken, dann liegt es zu mindestens fünfzig Prozent daran, dass der Ansprechende mindestens eine Liga zu hoch jagt. Da hilft auch der tollste Spruch nichts. Gar nichts! So ist es eben. Basta.

Übrigens: In den eigenen Gewässern sind genügend hübsche Entendamen da, man muss nur die Augen dafür aufmachen.

 

Zweitens: Eine gute Vorbereitung ist alles! Wenn ihr Objekt der Begierde sie noch nicht mal angelächelt hat, dann wird er oder sie wohl kaum darauf warten, von ihnen angesprochen zu werden. Ein längerer Blickwechsel oder ein verschämtes Lächeln ist Mindestvoraussetzung. Und auch dann stürmen Sie bitte nicht gleich drauf los, sondern lassen sie sich ruhig Zeit. Da darf gern mal die Spannung steigen, ob es überhaupt noch zum Gespräch kommt. Das macht das Spiel doch erst so richtig interessant.

 

Drittens: Sind diese beiden Voraussetzungen gegeben, dann sieht es schon mal sehr gut aus. Und was sind nun die richtigen Worte? Dazu müssen sie sich vor allem selbst kennen. Und hier ist die Devise: Ehrlichkeit. Die währt schon seit eh und je am Längsten!

Sind die eher schüchtern? Dann sagen sie: „Ich bin eigentlich sehr schüchtern, wenn ich ehrlich bin. Aber ich hätte es ganz sicher bereut, wenn ich dich jetzt nicht angesprochen hätte…“

Sie finden nie die richtigen Worte und haben es schon oft vermasselt? Dann sagen sie eben: „Ich bin ein echter Tollpatsch im Finden der passenden Worte. Deswegen sage ich es so wie es ist: Du bist mir aufgefallen und ich möchte dich gern kennenlernen. Hast du Lust auf einen Drink?“

Die Worte werden schon kommen, vertrauen sie da auf sich. Hauptsache, sie sind authentisch! Dann kommt der Rest von ganz allein.

Übrigens höre ich von vielen Männern in meinem Umfeld, dass sie durch das ganze Emanzipationsthema immer mehr Respekt davor haben, eine Frau anzusprechen. Also muss auch die moderne Frau von Heute genug Mumm haben, auf einen Mann zuzugehen, wenn er ihr gefällt. Das ist kein reines Männerthema mehr!

Die Masse der Frauen wollen mehr Gleichberechtigung, dann müssen sie es in diesen Themen eben auch beweisen. Im weiteren Verlauf darf die Frau sich gern wieder mehr zurückziehen und die Gejagte sein. Aber den ersten Schritt dürfen wir Frauen nicht immer nur von den Männern verlangen!

Also sind diese Tipps vor allem auch an uns Frauen gerichtet! Denn mit dem Spruch: „Tschuldigung, ficken?“ werden sie auch bei keinem stilvollen Mann landen können… Oder doch???

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