Oralballett – Das Küssen

»Oralballett«

 

Meines Erachtens steht und fällt mit der ersten intensiven Annäherung ALLES. Es muss magisch, kribbelnd und spielerisch sein. Leidenschaftlich, intensiv, feurig und erlösend. Wovon die Rede ist? Vom ersten Kuss. Dieser Moment ist entscheidend. Absolut wichtig. Fast Monumental. Warum? Ich behaupte, dass jede Frau und jeder Mann in diesem Moment fühlt, ob man noch mehr von seinem Gegenüber möchte. Oder eben nicht. Viele Frauen – wie ich auch – vertreten die Meinung, dass ein sogenannter Test-Kuss binnen Sekunden alle Karten auf den Tisch legt. Es ist, als würden bei dem wichtigsten aller Kussmomente sämtliche Hüllen fallen, es zählen keine Worte mehr. Einzig die Chemie der beiden Körper klären untereinander, ob es da noch mehr geben wird oder lieber doch nicht. Viele Fragen, die man sich vorher noch gestellt hat, erübrigen sich nach einem guten Kuss. Nach einem Schlechten auch.

Damit ihr nächster erster Kuss einzigartig wird, möchte ich sie einladen, sich mit ihren Oralfähigkeiten etwas intensiver zu beschäftigen, als sie es bisher vielleicht getan haben. Schaden kann es jedenfalls nicht, oder?

 

Punkt 1: Vorsorge. Kaugummis sind eine tolle Erfindung. Er degradiert den Geschmack des letzten Cappuccinos und die Dönersauce vom Mittag ist auch nicht mehr zu schmecken. Aber Vorsicht, nichts ist künstlicher, als einen ganz frischen Kaugummigeschmack im Mund zu haben. Also lieber vor dem Date den Streifen zücken. Sollten sie gemeinsam einen leckeren Cocktail getrunken haben, macht das übrigens gar nichts. Alles, was sie gemeinsam beim Treffen konsumieren, ist auch auf der Zunge erlaubt.

Knoblauch ist am Tag vorher Tabu. Und am Selbigem natürlich auch. Es gibt Menschen, die sehr empfindlich auf diesen Geruch reagieren und da sie wahrscheinlich noch nicht wissen, ob ihr Objekt der Begierde dazugehört, sollten sie lieber jedes K.O.-Kriterium vermeiden. Es wäre doch zu blöd, wenn ihre erste richtige Annäherung wegen so etwas floppt.

 

Punkt 2: Die Technik. Wühlen sie doch mal in ihren eigenen Erinnerungen. Na, finden sie auch einen »Schlabberer« darin? Jemanden, der ihren Mund – wenn sie Pech hatten sogar ihre ganze untere Gesichtshälfte – tropfnass abgeschlabbert hat wie ein verdurstender Hund an einem Wassernapf? Oder hatten sie vielleicht mal jemanden, der in ihren Mund mit der Zunge rumgewühlt hat wie eine Hausfrau auf dem Schnäppchentisch? Oder jemanden aus der Kategorie »Lappen«? Der einfach seine Zunge in ihrem Mund »geparkt« hat und jede Bewegung als Überflüssig empfand? Ich fürchte, sie können die ein oder andere Erinnerung mit mir teilen… Schlimm ist das aber nicht. Warum? Es ist wie mit allem im Leben. Wenn man keine schlechten und lehrreichen Erfahrungen gesammelt hat, weiß man das wirklich Gute leider nicht zu schätzen. So ist es natürlich auch beim Oralballett. Ich gehe mit meiner Theorie sogar noch ein Stück weiter. Wenn es beim Küssen nicht harmoniert, wird der Sex mit ziemlicher Sicherheit ein Reinfall werden. Denn wenn sich die Zungen schon nicht verstehen, werden es die Genitalien erst recht nicht tun. Von daher betrachten sie einen Test-Kuss als ein absolutes Muss, um zu schauen, ob es überhaupt ein weiteres Date geben sollte.

Sie denken sich: »Ich erziehe meinen neuen Partner einfach um.« Bitte nicht. Oder würden sie selbst in eine Beziehung starten wollen, in der sich ihr neuer Partner vornimmt, sie erst mal nach seinen Wünschen zu verändern? Wohl kaum.

Sie fragen sich gerade bestimmt, wie es um ihre eigene Kusssituation steht, oder? Dazu möchte ich nur eines sagen: Weniger ist mehr, (wenn sie nicht gerade der Zungenparkplatztyp sind). Ein erster Kuss sollte lieber vorsichtig und zart sein. Wild und verlangend kann er gern werden, wenn es um die nächsten Schritte geht. Das Bauchkribbeln dürfen sie gern genießen, es ist ein Zeichen davon, dass sie es sich sehnlichst gewünscht haben. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären…

 

Punkt 3: Der Zeitpunkt. Um es vorweg zu nehmen: Ja, beim ersten Date darf geküsst werden. Vorzugsweise im letzten Drittel, denn vorher ist kaum einzuschätzen, ob man sein Date überhaupt küssen möchte. Eine Ausnahme könnte der Kinobesuch sein. So schummrig und kuschelig kommen sich die Lippen natürlich schneller mal näher. Und dann ist es auch in Ordnung. Ich finde, dass nach alter Tradition der Mann den Zeitpunkt des ersten Kusses wählen sollte. Natürlich nur, wenn von Ihr eindeutige Anzeichen da sind, dass sie dem nicht abgeneigt ist. Wenn die Frau von ihrer ganzen Körperhaltung ablehnend ist und peinlichst darauf achtet, dass nicht mal eine zufällige Berührung stattfindet, dann wäre ein Versuch in Richtung Lippen so angebracht wie eine Stripperin auf dem Geburtstag des Papstes.

Zurück zur Frau, die klare »Pro Kuss«-Anzeichen macht. Es gibt doch nichts schöneres, als sich zu fragen: »Wann küsst er mich denn endlich?« Oder wenn man als Mann diese seltsam aufregende Spannung in der Bauchgegend hat und sich denkt: »Gleich ist der richtige Moment…nein, doch noch nicht…..aber jetzt….hmmmm….jetzt?« Also genießen sie diese spannenden Gefühle, sie sind einmalig. Viel Spaß dabei.

 

Leave a Comment

  • No Comments Yet