„Ich habe mich in dich verliebt, aber eigentlich sollst du dich verändern…“

»Verbiegungen unerwünscht!«

Momentan befinde ich mich in den letzten Zügen zu meinem nächsten Buch. Dieses Buch hatte mich in der Recherche mit weit über zwanzig Männern ins Gespräch kommen lassen. Das allein hat mein Blut schon in Wallung gebracht, dass können sie mir glauben. Aber die Themen sind noch um einiges Spannender gewesen: Frauen, Beziehungen, Lust und Liebe. Eine Frage war dabei besonders spannend: Was ist der häufigste Fehler, wenn du mit einer Frau frisch zusammenkommst?

Alle Männer – und da gab es wirklich keine Ausnahme – haben dasselbe gesagt. Ich zitiere – als repräsentatives Beispiel – einen Freund, der in den letzten Jahren immer wieder tolle Frauen an seiner Seite hatte, aber jedes Mal nach wenigen Monaten wieder Single war.

»Sie verlieben sich in dich und wollen dann nach wenigen Wochen Beziehung, dass du dich änderst. Diese Logik erlebe ich nur bei Frauen.« Ich hörte das nicht zum ersten Mal und traute mich, doch etwas genauer nachzufragen. »Wie meinst du das genau? Hast du ein Beispiel?« Was er dann erzählte, war sehr interessant: »Du kannst dich doch noch an Jenny erinnern, oder?« – »Klar. Sie war so süß. Seit ihr nicht mehr zusammen?« – »Nein. Und jetzt pass auf, warum. Sie suchte in ihrem Profil im Internet, wo wir uns kennengelernt haben, einen Mann mit folgenden Eigenschaften: Selbstständig, humorvoll, Kinderlieb, aktiv und sportlich. Genau diese Eigenschaften zeichnen mich aus, oder?« Er guckte mich fragend an und ich überlegte. Ich kenne ihn seit etwa fünf Jahren und es stimmte, genau diesen Eindruck habe ich von ihm bekommen. »Stimmt absolut.« – »So, pass auf. Wir sind dann einige Wochen ein Paar gewesen und ich war echt glücklich mit ihr, eine tolle Frau. Aber dann ging es irgendwann los. Ich kam von der Arbeit, wollte mit ihr Abendessen und danach zum Sport. Wie jeden Dienstag. Doch plötzlich erzählte sie mir beim Essen, dass sie einen ganz bestimmten Film mit mir gucken möchte. Auf meinen Einwand, dass ich erst noch zum Sport gehen möchte, sagte sie: »Kannst du das nicht mal ausfallen lassen? Entweder bist du arbeiten (selbstständig) oder beim Sport (sportlich).« Ich sagte ihr, dass es nur zwei Tage in der Woche so wäre. Doch sie meinte, dass sich da unbedingt etwas ändern müsse. Außerdem fände sie es total blöd, dass ich mit am Wochenende gern mal Zeit nehme und mit meiner Nichte auf dem Spielplatz spiele (Kinderlieb).« Ich versuchte, dass Thema lieber auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben und machte eine ironische Bemerkung. »Da sind wir schon beim nächsten Thema«, sagte sie. »Ich finde es fürchterlich, dass du immer alles ins Lächerliche ziehen musst (Humor).« Mehr brauchte er mir gar nicht zu erzählen, ich hatte verstanden.

Am nächsten Tag lag ich in der Sauna und dachte darüber nach, was er mir erzählt hatte. Da kam ein lieber Freund von mir rein und ich berichtete ihm kurz davon, weil ich seine Meinung dazu hören wollte. Und tatsächlich, er hatte mit nicht unerheblich vielen Frauen genau dieselben Erfahrungen gemacht. »Weiß du Jana, ich denke, dass viele Frauen nach einem bestimmten Mann suchen, ohne genau zu wissen, ob sie das in einer Beziehung wirklich wollen. Es ist ein Unterschied, ob man etwas nur mal ganz toll findet und ob man es sich wirklich wünscht und damit umgehen kann.« Das leuchtete mir ein. Also griff ich das Thema einige Tage später beim Kaffeeklatsch mit meiner Freundin erneut auf und erzählte ihr von den Gesprächen. Mit den Aussagen der Männer konfrontiert, gestand sie, dass sie sich auch schon mal dabei ertappt hatte. »Ich dachte mir damals, dass er echt toll aussieht und diese und jene Eigenschaft grandios ist. Aber seine übertriebene Liebe zum Fußball wollte ich ihm schon abgewöhnen, es nervte mich zunehmend. Dabei hatte ich ihn im Stadion kennengelernt und mich in den Wochen darauf auch in seine überschwängliche Freude verliebt, wenn unser Verein ein Tor schoss. Irgendwie verrückt.«

Sie sehen wahrscheinlich schon, worauf ich hinaus will. Muss ein Partner – egal welchen Geschlechts – eigentlich genau so sein, wie wir ihn haben wollen? Muss man ständig versuchen, jemanden zu verändern? Und was wird eigentlich aus der Person, in die wir uns verliebt haben? Vielleicht sind genau diese Ecken und Kanten wichtig, um jemanden spannend und auch für längere Zeit aufregend zu finden.

Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass Sie selbst mit erfolgreichem Verändern des Partners auch nicht glücklich sein können, denn: Perfektion ist sowas von langweilig. Ööööööödeeeee. Wer will schon WIRKLICH den perfekten Partner? Reibungen, Ecken und Kanten, ein unterschiedlichstes Hobby oder ab und zu gegensätzliche Meinungen halten eine Beziehung doch auch frisch. Es bleibt spannend, wenn man am Partner immer wieder etwas zu entdecken hat. Eine gute Partnerschaft lebt vom Austausch, Verständnis und Toleranz.

 

Andere Männer haben mir übrigens auch erzählt, dass sie sich gern geändert haben. Frei nach dem Motto: Für eine Beziehung muss man sich eben anpassen und Kompromisse machen. Aber keine von den Beziehungen, die so gestartet sind, hat länger als zwei, drei Jahre gehalten. Meistens waren die Spannungen dann doch zu groß. Und das ist auch verständlich, oder? Wenn man nicht mehr authentisch ist, weil man sich zu sehr verbiegt, ist jeder unzufrieden. Man muss sich in erster Linie auch selbst lieben, um lieben zu können und geliebt zu werden. Und dazu muss man bei sich selbst sein und ausgeglichen. Und das ist man nicht, wenn man jemanden spielt, der man im Herzen gar nicht ist.

Also bitte, bleiben sie so, wie sie sind! Denn jeder möchte gern so geliebt werden, wie man ist. Sie doch auch, oder?

 

Aber sie kennen mich wahrscheinlich, bei mir gibt es immer eine Ausnahme. SEX! Da sollten sie sich schon den Bedürfnissen ihres Partners anpassen und gucken, wie sie zusammen den meisten Spaß haben.

 

Ihre Jana Förster

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    • hula hoop
      4 Monaten ago - Antworten

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